Du kommst aus dem Großraum Stuttgart?  Du interessierst dich nicht nur für's Bier trinken, sondern auch wie man dieses herstellt? Du bist (angehender) Hobbybrauer und möchtest Gleichgesinnte kennenlernen? Dann bist du bei uns genau richtig! Schau dich um und besuche einen unserer offenen Hobbybrauer-Stammtische. Nimm Kontakt mit uns auf  - wir freuen uns auf dich.

Der Beginn eines neuen Monats – somit haben wir einen neuen Artikel der „So braue ich“-Reihe für euch. Diesmal nimmt euch Nils mit auf die Reise des Hobbies sowie eines Brautags inklusive seiner Anlage.

Die Idee des Bierbrauens startete an einem geselligen Abend mit mehreren Freunden zu später Stunde. Als gebürtiger Düsseldorfer und „reingeschmeckter“ Schwabe im Speckgürtel Stuttgarts beklagte er sich über die unzureichende Düsseldorfer Altbier-Versorgung im Ländle. Die Freunde konnten mit Altbier wenig anfangen, waren aber sehr fasziniert von Nils Schwärmereien. Gemäß eines schwäbischen Pioniers entschieden sie sich das Motto anzupassen: „Am Anfang konnten wir das Bier nicht finden von dem wir träumten. So beschlossen wir es uns selbst zu brauen“ ;-)

 

Mittlerweile wird nur noch ab und zu ein Düsseldorfer Altbier gebraut. Der Fokus liegt mittlerweile auf hopfenbetonten India Pale Ales (IPA). Es werden je nach Fall zwischen 25 und 50 Litern produziert. D.h. es wird eher seltener gebraut dafür größere Mengen innerhalb der erlaubten Freimenge.

 

Die Planung eines Brautags beginnt meist 1-2 Wochen davor. Die Rezepte entwerfe ich mit dem Tool „Brewfather“. Das Tool ist cloud basiert und lässt sich sehr einfach zu bedienen. Zudem bietet es auch eine „Inventory“-Funktion. Heute brauen wir ein Clone-Bier, das weltberühmte Dogfish Head 90 Minute IPA. Dieses Bier ist ein traditionelles amerikanisches IPA, dass sich durch kontinuierliche Hopfengaben auszeichnet. D.h. es wird 90 Minuten gekocht. Dabei legt man einen Zeitraum fest. Beispielsweise 10 Minuten. D.h. die Hopfenmenge wird durch 10 Minuten geteilt. Somit werden alle 10 Minuten 1/9 der Hopfenmenge in den Sude gegeben (es gibt verschiedene Rezepte des Clones, wo sich die Zeitangaben unterscheiden).

 

 

In dem Screenshot des Brewfather Tools sind die International Bitterness Units (IBU)  nicht korrekt kalkuliert. Der Mensch ist faul ;-) , deshalb habe ich die oben beschriebene Hopftechnik nicht 9 mal einzugeben. Es sollen aber 90 IBU herauskommen.

 

Der Brautag:

Die wenigsten Hobbybrauer haben einen Raum, wo sie ihr Equipment aufgebaut stehen lassen können. Bei mir lagert das Equipment im Keller. Gebraut wird auf der Terrasse. Der erste Schritt ist alle Zutaten sowie das Equipment aus dem Keller auf die Terrasse zu bringen.

 

Als zweites erfolgt der Aufbau der Anlage. Aktuell braue ich mit einer Brewtools 80 Anlage. Brewtools ist ein Startup aus Norwegen, dass 2019/2020 begonnen hat und meiner Ansicht nach sehr innovative und erweiterungsfähige Braulösungen entwirft. Anbei die Vorteile und Nachteil der Anlage kurz gegenübergestellt:

 

Vorteile:

  • Größtenteils aus Edelstahl, Triclamps und komplett demontierbar
  • Innovative Features, große Auswahl an Möglichkeiten, sehr durchdacht
  • Top-Kundensupport und Erreichbarkeit
  • Für Malzrohrsystem-Anlagen sehr flexibel einsetzbar
  • Updates over the air
  • Sehr gute Pumpvorrichtung

 

Nachteile:

  • Sehr teuer (Einfuhr + Zollabwicklung)
  • Noch keine „Remote-Steuerung“
  • B80 mit vollem Malzrohr allein sehr schwer nutzbar
  • Zusammenbau und Demontierung nehmen etwas Zeit in Anspruch

 

Für Personen die sich für das Brewtools Equipment interessieren kann ich die Facebook Gruppe „Brewtools Owners Group“ oder die Youtube Videos von „Portly Gentlemen“ empfehlen.

 

Sobald die Anlage aufgebaut sowie mit Schläuchen versehen ist, wird einmal ein Lecktest durchgeführt. Danach wird das Wasser eingefüllt, mit Milchsäure versetzt und auf die Einmaischtemperatur erhitzt.

Aufgebaut und Verkabelt (Gesamtansicht)

Von der Seite:

 

Die einzelnen Triclamps und Anschlüsse vorm Aufbau

 

 Während das Wasser auf Einmaischtemperatur erwärmt wird das Malz abgewogen, gemischt und danach in der Malzmühle mit Hilfe eines Akkuschraubers geschrotet. Dazu wird eine Mattmill Kompakt Malzmühle mit einem zusätzlichen Trichter verwendet, der ca. 1,5 Kilo fasst

 

 

Wenn die Einmaischtemperatur erreicht wird, wird das geschrottete Malz ins Wasser eingerüht:

 

Die Pumpe wird angestellt und die Zirkulation startet:

 

 

Geläutert wird, indem man das Malzrohrsystem herauszieht. Den Nachguss erhitze ich im haushaltüblichen Wasserkocher. Dieser hat eine Temperaturanzeige, sodass man mehrmals für je 1,5 Liter laufen muss.

 

 

Während des Maischens wird der Hopfen abgewogen und in diesem Falle in 9 gleiche Teile aufgeteilt:

 

Vor dem Kochen wird das erste 1/9 dem Sud zugegeben. Das Malzrohr wird entnommen und alles zum Kochen gebracht. Alle 10 Minuten wird erneut 1/9 hinzugegeben. Nach dem Kochen wird die Würze über den Durchlaufkühler runtergekühlt. Danach erfolgt die Abfüllung in den Gärtank. Dabei wird das Bier durch einen Filter gegeben, um die Hopfenpartikel herauszufiltern. Die Gärtanks kommen in den Keller an einen „Glycol“-Chiller, um das Bier auf die richtige Temperatur für die Gärung zu bringen:

 

Meist ist das Bier innerhalb von 4-6 Stunden auf der richtigen Temperatur und die Hefe kann hinzugegeben werden. Manchmal ist es ein Vorteil zwei Gärtanks zu haben. Das gleiche Bier kann mit verschiedenen Hefen vergoren werden. Es ist spannend wie sich beide Biere unterscheiden obwohl nur die Hefe unterschiedlich ist. Diesmal wurde der Sud 50:50 auf die US05 sowie M44 Hefe verteilt.

 

Das fertige Bier wird in Flaschen und in Kegs abgefüllt. Dabei wird Zucker für die Kohlensäure hinzugefügt, dies mag ich persönlich lieber als es aufzukarbonisieren.

 

Wir hoffen euch hat die kleine Dokumentation gefalllen. Gut Sud und Prost!

 

 

 

 

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An einem schönen Sommertag hinterm Kessel stehen… Herrlich! Dabei anderen Menschen zu zeigen wie man braut? Noch besser! Regelmäßig sind wir auf verschiedenen Veranstaltungen anzutreffen. Bei Craftbeerfestivals, Showveranstaltungen, Brauereifesten oder wozu auch immer wir angefragt werden. Bierbrauen ist Kultur. Diese möchten wir erhalten und weitergeben. Hast du eine Veranstaltung und hättest uns gerne dabei? Melde dich. Wir freuen uns.

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